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Blogger, Influencer, YouTuber – Vorsicht, Steuerfalle!

Sich als Blogger, Influencer, YouTuber & Co. das studentische Einkommen aufzubessern, ist inzwischen keine Seltenheit mehr. Im Social-Media-Bereich wurden in den letzten Jahren regelrecht neue Tätigkeitsfelder und damit neue Einkommensquellen erschlossen. So lassen sich schon heute mit einem angesagten YouTube-Channel vereinzelt mehrere Tausend Euro Gewinn pro Monat generieren.

Doch Vorsicht! Wer wiederholt Einnahmen aus Aktivitäten im Social-Media-Bereich erzielt, sollte wissen, dass es sich dabei regelmäßig um steuerlich relevante Sachverhalte handelt.

Wer nachhaltig eine Tätigkeit zur Erzielung von Einnahmen selbständig ausübt, wird umsatzsteuerlich zum Unternehmer – selbst dann, wenn eine Gewinnerzielungsabsicht nicht gegeben ist.

Ob Umsatzsteuer regelmäßig an das Finanzamt zu melden und abzuführen ist, hängt von der Höhe der Einnahmen ab. Bei jährlichen Einnahmen von unter 17.500 € besteht die Möglichkeit, von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch zu machen und das Thema Umsatzsteuer abzuwählen. Bei Prüfung des Grenzbetrages sind alle Einnahmen zu berücksichtigen. Darunter fallen auch tauschähnliche Umsätze, d.h. von Unternehmen an den Blogger oder Channel-Betreiber überlassene Waren und Produkte, die dieser beworben hat und anschließend behalten darf, erhöhen mit ihrem Wert die betrieblichen Einnahmen.

Wer seine Follower regelmäßig mit neuen Posts und Clips versorgt und dabei beabsichtigt, Gewinne zu erwirtschaften, der muss sich außerdem mit der Einkommensteuer auseinandersetzen. Die Tätigkeit der richtigen Einkunftsart zuzuordnen, ist ebenso anspruchsvoll und individuell zu beurteilen, wie die Aufteilung der anfallenden Aufwendungen in einen steuerlich abziehbaren betrieblichen Teil und einen privaten Anteil. Eine selbständige/freiberufliche Tätigkeit ist in der Regel nur dann anzunehmen, wenn die tatsächlichen Inhalte der Veröffentlichungen, gestützt von den einschlägigen Vorkenntnissen des Betreibers, eine wissenschaftliche, künstlerische oder schriftstellerische Betätigung darstellen. Anderenfalls sind die Einkünfte als gewerblich zu erfassen.

Wer gewerbliche Einkünfte (Gewinne) erzielt, und zwar über 24.500 € im Jahr, wird außerdem von seiner Stadt/Gemeinde zur Kasse gebeten und einen Bescheid zur Entrichtung von Gewerbesteuer erhalten.

Die digitale Welt eröffnet viele neue Möglichkeiten und man kann mit nur wenigen Klicks und kurzen Blogs rasch zum Unternehmer werden. Die Gefahr, dabei steuerlich unberaten kostspielige Fehler zu machen, wächst mit steigender Aktivität. Daher empfehlen wir, ein klärendes Erstgespräch zu nutzen, bevor Einnahmen überhaupt zufließen.

Dieser Beitrag wurde auch auf www.pharmazie-sachsen.de veröffentlicht (Link).

Haben Sie Fragen? Kontaktieren Sie gerne: Peggy Berthold 

Themengebiet:
Steuerberatung

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Unternehmensberatung