AKTUELLES:
RST-Beratung informiert zu Themen aus Ihren Fachgebieten

Förderung der Telemedizin: Videosprechstunde in der Corona-Krise

Arztpraxen sind aufgrund der COVID-19-Pandemie nicht nur fachlich gefordert. Auch unternehmerisch verlangt die aktuelle Situation Ihre volle Aufmerksamkeit. Denn verschobene oder abgesagte Arzttermine können zu erheblichen Umsatzeinbußen bei gleichbleibender oder sogar gestiegener Kostenbelastung (Personal, Praxismiete, Schutzausrüstung, etc.) führen. Aufgrund der nachgelagerten Schlusszahlung für das II. Quartal 2020 machen sich die Umsatzeinbußen erst später bemerkbar.

Vor diesem Hintergrund sollten Arztpraxen das Anbieten einer Videosprechstunde in Betracht ziehen. Dies bietet folgende Vorteile:

  • Durch das Anbieten einer Videosprechstunde können Umsatzeinbußen infolge der COVID-19-Pandemie ggf. zumindest teilweise aufgefangen werden. Denn Patienten können Arztpraxen auf diesem Weg ohne Infektionsrisiko kontaktieren.
  • Teure Schutzausrüstung wird bei der Videosprechstunde nicht benötigt.
  • Die auch perspektivisch sinnvolle Investition in die Telemedizin wird aktuell durch mehrere Bundesländer gefördert.

Nachfolgend geben wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Fragen zur Videosprechstunde.

Eine Investition in die Zukunft?

Nicht nur COVID-19 führt zu einem erhöhten Infektionsrisiko für Sie, Ihr Personal und die Patienten. Dies gilt auch für die jährliche Influenza. Durch die Videosprechstunde ermöglichen Sie Ihren Patienten auch in Zukunft, risikofrei ärztlichen Rat einzuholen. Des Weiteren ist die Videosprechstunde aus Sicht Ihrer Patienten ein „bequemes“ digitales Medium, um mit Ihnen in Kontakt zu treten. Einige Telemediziner nutzen die COVID-19-Pandemie, um auf dem deutschen Gesundheitsmarkt zu expandieren. Durch das Anbieten von Videosprechstunden können auch Sie Vorreiter im Bereich der Telemedizin sein.

Lohnt sich der finanzielle Mehraufwand für eine Investition in die Telemedizin in der aktuellen Situation?

Eine Investition in die Telemedizin (Videosprechstunde) macht aus unternehmerischer Sicht nur Sinn, wenn sie zum Erfolg Ihrer Praxis beiträgt. Ggf. wird es eine gewisse Zeit dauern bis das Angebot von bestehenden / neuen Patienten wahr- und angenommen wird. Die aktuelle Krisensituation kann insofern „förderlich“ sein. Denn durch die Videosprechstunde wird eine Weiterverbreitung des Coronavirus vermieden. Die Presse berichtet in diesem Zusammenhang medienwirksam über die Möglichkeit der Telemedizin.

Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Investition in die Telemedizin ist, dass Sie und Ihre Mitarbeiter sich mit dem neuen digitalen Medium vertraut machen und aktiv für diese neue Praxisbesonderheit werben. In diesem Fall besteht die Möglichkeit, Umsatzeinbußen infolge der COVID-19-Pandemie durch das Anbieten von Videosprechstunden zumindest teilweise aufzufangen. Aber auch perspektivisch können durch das Anbieten von Videosprechstunden ggf. neue Patienten gewonnen werden.

Wird die Investition gefördert?

Investitionen im Bereich der Telemedizin werden aktuell durch mehrere Bundesländer gefördert. Die Höhe des Fördersatzes beträgt für die Anschaffung von Infrastrukturkomponenten bis zu 90% sowie für Schulungsmaßnahmen bis zu 80% der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben.

Bitte erkundigen Sie sich insofern auf der Homepage Ihrer Kassenärztlichen Vereinigung und behalten Sie die Homepage im Blick, da ggf. weitere Förderungen zur Verfügung gestellt werden. Über den nachfolgenden Link gelangen Sie auf die Informationsseiten zur Videosprechstunde der Kassenärztlichen Vereinigungen:

https://www.kbv.de/media/sp/Anzeige_Videosprechstunde_KV.pdf

Das Land Nordrhein-Westfalen hat erst kürzlich weitere EUR 2 Mio. für die Telemedizin in der ambulanten Versorgung bereitgestellt. Die Förderung kann über die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNO) bzw. die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) beantragt werden.

Was wird für die Videosprechstunde benötigt?

Aus technischer Sicht werden folgende Komponenten zur Durchführung von Videosprechstunden benötigt:

  • Internetanbindung mit Firewall
  • Bildschirm (Monitor / Display)
  • Kamera, Mikrofon und Lautsprecher

Darüber hinaus muss die Praxis einen zertifizierten Videodienstanbieter auswählen und sich dort registrieren. Der nachfolgende Link gibt eine Übersicht über mögliche Anbieter:

https://www.kbv.de/media/sp/Liste_zertifizierte_Videodienstanbieter.pdf

Ist eine Genehmigung zur Abrechnung erforderlich?

Praxen müssen ihrer Kassenärztlichen Vereinigung anzeigen, dass sie die Videosprechstunde anbieten und dafür einen zertifizierten Videodienstanbieter nutzen. Das Genehmigungsverfahren wurde flächendeckend stark vereinfacht, so dass Praxen i.d.R. unmittelbar nach Antragstellung mit der Videosprechstunde beginnen können. Der nachfolgende Link gibt eine Übersicht zum Vorgehen bei den einzelnen Kassenärztlichen Vereinigungen:

https://www.kbv.de/media/sp/Anzeige_Videosprechstunde_KV.pdf

Wie wird die Videosprechstunde vergütet?

Vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie erfolgte eine Anpassung der Vergütungsrichtlinien telemedizinischer Leistungen:

  • Keine Fallzahl und keine Mengenbegrenzung im II. Quartal 2020
  • Wegfall des Einlesens der Krankenversicherungskarte

Die bereits vorhandenen Abrechnungsmöglichkeiten für Videosprechstunden entnehmen Sie bitte folgender Übersicht:

https://www.kbv.de/media/sp/Videosprechstunde__uebersicht_Verguetung.pdf

***

Weitere Fragen zur Videosprechstunde beantwortet Ihnen gerne unser Mitarbeiter,

Herr Oliver Künster-Behr.

Kontakt:

Tel.: 0201 / 87999-34

E-Mail: okuenster-behr@rst-beratung.de

 

Sollten Sie darüber hinausgehende Fragen im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie haben (Schutzschirm für Ärzte, Soforthilfeprogramme, steuerliche Erleichterungen, Kurzarbeitergeld, etc.), wenden Sie sich bitte an die Ihnen bekannten RST-Ansprechpartner.

Bleiben Sie gesund

Ihre Partner der RST-Beratung

 

Artikel als PDF hier herunterladen

Themengebiet:
Unternehmensberatung

Gesundheitsbereich