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Vorbereitet sein – ohne integrierte Unternehmensplanung geht es nicht
Karsten Zabel von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft RST Hansa GmbH spielt mit seinen Mandanten Szenarien durch, um Unternehmen bestmöglich durch Krisen zu navigieren.
Eigentlich liegt es nahe, dass wirtschaftlich erfolgreiche Unternehmen nicht großartig über finanzielle Krisenszenarien nachdenken müssen. Wer es dennoch macht, hat einen immensen Vorteil: Gerät das Unternehmen tatsächlich einmal in die Bredouille, liegen im besten Fall die Lösungen bereits in der Schublade. Vorausdenkende Unternehmer und Unternehmerinnen sollten immer eine Strategie haben – in guten und in schlechten Zeiten.
Karsten Zabel beschäftigt sich seit mehr als 25 Jahren mit integrierten Unternehmensplanungen bei Unternehmen – und das mit Erfolg. Er ist Geschäftsführender Gesellschafter der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft RST Hansa GmbH in Essen. Als Wirtschaftsprüfer prüft er mit seinem Team nicht nur die Jahresabschlüsse der Unternehmen, sondern er beschäftigt sich dabei auch regelmäßig mit der Frage der Fortführung von Unternehmen. „Als Geschäftsführer sollte man immer drei, vier Schritte vorausdenken. Wer etwa in eine finanzielle Schieflage gerät, sollte immer überlegen, was die Banken oder die Gläubiger fordern – bevor man mit ihnen verhandelt“, erläutert Zabel.
Seine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat ein Tool zur Erstellung von integrierten Unternehmensplanungen entwickelt, das verschiedene Planungs-Szenarien simulieren kann. Zum Beispiel: Was passiert, wenn die Umsätze steigen oder sinken? Welche Wirkung hat es, wenn die Mieten oder die Löhne der Beschäftigten steigen? Welche Rolle spielen in einem Sanierungsverfahren Beteiligte wie Gewerkschaften oder Betriebsräte? Das Tool ermöglicht die Früherkennung von Erfolgs- und Liquiditätskrisen. Im Falle eines Insolvenz- oder Eigenverwaltungsverfahrens lassen sich die wirtschaftlichen Folgen der Regelungen eines Insolvenzplans für die Gläubiger durchspielen. „Die Simulationen bieten häufig eine wesentliche Entscheidungsgrundlage für Gesellschafter, Geschäftsführer, Juristen und Gläubiger“, sagt Zabel.
Der 57-Jährige berichtet, dass vor einiger Zeit der Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens aus der Werbebranche zu ihm kam, um ihn um Rat zu fragen. Die Umsätze der Firma schwankten sehr stark, was die Planung erheblich erschwerte. Dies ging so weit, dass der Geschäftsführer mit Zabel besprach, ob dies ein Anlass sei, einen Insolvenzantrag zu stellen. „Wir haben dann eine integrierte Unternehmensplanung für das Unternehmen für einen Zeitraum von zwei Jahren erstellt und verschiedene Alternativen simuliert“, erzählt Karsten Zabel. Kurze Zeit später stabilisierte sich die Auftragslage, sodass das Krisenmanagement nicht mehr benötigt wurde. Dennoch hat sich der Geschäftsführer wieder bei ihm gemeldet. Seitdem korrespondieren Zabel und sein Mandant regelmäßig, um über Strategien zu sprechen – für den Fall eines Falles.
Aber auch Vorstände und Geschäftsführer von Konzernen nehmen regelmäßig Kontakt mit Zabel auf. Zum Beispiel, um Szenarien für Teilbetriebs-Schließungen oder Insolvenzverfahren für Tochtergesellschaften zu simulieren und ein Konzept zur nachhaltigen Sanierung des Konzerns zu erreichen. Das Prinzip der Vorgehensweise ist im Grunde immer ähnlich: Heute überlegen, was eventuell morgen passieren wird. „Wenn es bei einem Unternehmen Hinweise auf Krisen gibt, kommt es bei den Banken gut an, wenn wir mit Hilfe einer plausiblen, integrierten Unternehmensplanung verschiedene Szenarien vorstellen“, berichtet Zabel.
Kein Zweifel, der Mann ist Stratege durch und durch. Er arbeitet seit über 25 Jahren mit Juristen zusammen. Unter anderem war er vor seiner Zeit bei der RST Hansa GmbH fünf Jahre Partner bei einer renommierten Insolvenzverwalterkanzlei in Köln und davor acht Jahre für die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte tätig. „In meinem Beruf ist es wichtig, beide Perspektiven zu integrieren: die der Juristen und die der Wirtschaftsprüfer. Bei einer Insolvenz ist Inselwissen oft nicht hilfreich. Juristische und betriebswirtschaftliche Expertise sollten immer Hand in Hand gehen“, resümiert Karsten Zabel.
VON GIAN HESSAMI
Quelle: RP Forum – INSOLVENZ UND SANIERUNG, Sonderbeilage Insolvenz und Sanierung, Seite 5
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