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Elektromobilität - Steuerliche Förderungsmöglichkeiten und technische Grundlagen

Whitepaper der RST Beratung und der Dargaard / EnPQM - Unternehmensgruppe zu dem Webinar vom 27.05.2021.

Die RST Beratung und Dargaard / EnPQM - Unternehmensgruppe haben am 27.05.2021 sehr erfolgreich das Webinar

„Elektromobilität - Steuerliche Förderungsmöglichkeiten und technische Grundlagen“

durchgeführt. In diesem Webinar gab die RST Beratung einen Überblick, welche steuerlichen Vorteile der Gesetzgeber zur Förderung und zum Ausbau der Elektromobilität gewährt, wobei der Schwerpunkt auf einkommen- und lohnsteuerlichen Vorschriften lag. Die Dargaard / EnPQM - Unternehmensgruppe lieferte das nötige technische Hintergrundwissen, wie etwa zu Vor- und Nachteilen bestimmter Antriebsarten, dem Brandschutz bei Elektrofahrzeugen oder der Abgrenzung von Strommengen im Bereich SpaEfV und BESAR.


Hintergrund unseres Webinars ist die neue Einstufung des Bundesverfassungsgerichts, einige Regelungen des Klimaschutzgesetzes seien verfassungswidrig, woraufhin es dem Gesetzgeber eine Neuregelung bis Ende 2022 auferlegt hatte. Die Bundesregierung hat bereits reagiert und eine Änderung des Klimaschutzgesetzes auf den Weg gebracht. Ziel ist dabei die Senkung der Emissionen um 65% bis 2030 im Vergleich zum Jahr 1990, bisher geplant waren 55%. Neu aufgenommen werden soll auch das Ziel der Verringerung der Emissionen um 88% bis 2040. Teil der politischen Maßnahmen zur Reduktion von CO2-Emissionen ist auch der geplante Ausbau der Elektromobilität.

 

Aufgrund der großen und sehr positiven Resonanz auf unser Webinar, haben wir noch einmal die wichtigsten Punkte für Sie zusammengefasst:

  • Aufladen beim Arbeitgeber: steuerfreier Ladestrom für Elektro- bzw. Hybridfahrzeuge
    • Das kostenlose oder verbilligte Aufladen von Elektro/Hybridfahrzeugen an einer ortsfesten betrieblichen Einrichtung des Arbeitgebers ist steuerfrei, wenn die Leistung den Arbeitnehmern zusätzlich zum Arbeitslohn gewährt wird (vgl. § 3
      Nr. 46 EStG). Dabei ist es nicht relevant, ob ein Privat- oder Firmenfahrzeug
      geladen wird.
       
  • Ladevorrichtung für zuhause: steuerfrei oder pauschal besteuert
    • Dem Arbeitnehmer zusätzlich gewährte Vorteile in Form der Überlassung von Ladevorrichtungen zur privaten Nutzung, sind steuerbefreit (vgl. § 3 Nr. 46 EStG). Der dadurch bezogene Strom fällt nicht unter die Steuerbefreiung.
    • Die Übereignung einer Ladevorrichtung vom Arbeitgeber an den Arbeitnehmer kann pauschal mit 25% besteuert werden (§ 40 Abs. 2 Satz 1 Nr. 6 EStG). Hierunter fallen auch vom Arbeitgeber geleistete Zuschüsse.
       
  • Wegfall der Aufzeichnungspflichten für steuerfreien Strom und steuerfreie Wallboxen
    • Steuerfreie Bezüge i.S.d. § 3 Nr. 46 EStG müssen vom Arbeitgeber nicht im Lohnkonto ausgezeichnet werden (vgl. § 4 Abs. 2 Nr. 4 Satz 1 LStDV).
    • Aufzeichnungspflichten bestehen aber für pauschal versteuerte Vorteile wie die Übereignung einer Ladevorrichtung oder Zuschüsse.
       
  • Privates Aufladen des Elektro-Dienstwagens: BMF erlaubt pauschalen Auslagenersatz
    • Die arbeitgeberseitige Erstattung von vom Arbeitnehmer getragenen Stromkosten stellt grundsätzlich steuerpflichtigen Arbeitslohn dar.
    • Die Erstattung betrieblich bedingter Fahrtkosten kann als Auslagenersatz i.S.d.
      § 3 Nr. 50 EStG steuerfrei sein.
    • Zur Vereinfachung des Auslagenersatzes lässt das BMF zwischen 2021 und 2030
      einen pauschalen Auslagenersatz zu:
    • Monatliche Pauschale bei zusätzlicher Lademöglichkeit beim Arbeitgeber:
      • 30 Euro monatlich für Elektrofahrzeuge (bis 2020: 20 Euro),
      • 15 Euro monatlich für Hybridelektrofahrzeuge (bis 2020: 10 Euro).
    • Monatliche Pauschaleohne zusätzliche Lademöglichkeit beim Arbeitgeber:
      • 70 Euro monatlich für Elektrofahrzeuge (bis 2020: 50 Euro),
      • 35 Euro monatlich für Elektrohybridfahrzeuge (bis 2020: 25 Euro).
    • Als zusätzliche Lademöglichkeit beim Arbeitgeberzählt jede unentgeltliche
      oder verbilligte Möglichkeit zum Aufladen
      des Dienstwagens an einer ortsfesten betrieblichen Einrichtung des lohnsteuerrechtlichen Arbeitgebers (nicht eines ver-bundenen Unternehmens) sowie das unentgeltliche oder verbilligte zur Verfügung stellen einer Stromtankkarte.
       
  • Überlassung eines (Elektro-)Dienstwagens: reduzierte Bemessungsgrundlage für
    Versteuerung
    • Die Förderung alternativer Antriebe setzt beim Listenpreis des Fahrzeugs an. Bei der Dienstwagenbesteuerung der geldwerten Vorteile für die Privatnutzung von Elektro- und Hybridfahrzeuge erfolgt inzwischen regelmäßig eine Halbierung bzw. eine Viertelung der Bemessungsgrundlage (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG), der geldwerte Vorteil sinkt entsprechend.
    • Die Reduzierung gilt ebenfalls für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte.
       
  • Viertelung oder Halbierung der Bemessungsgrundlage
    • Die Viertel-Regelung gilt ab 2020, für Kraftfahrzeug ohne Kohlenstoffdioxid-emission pro gefahrenen Kilometer und einem Bruttolistenpreis von nicht mehr als 60.000 Euro (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 Nr. 3 und Satz 3 Nr. 3 EStG).
    • Erfüllt ein Elektrofahrzeug diese Voraussetzungen nicht oder es handelt sich
      um extern aufladbares Elektro-Hybridfahrzeug, kommt eine Halbierung der
      Bemessungsgrundlage
      in Betracht (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 Nr. 2 und Satz 3
      Nr. 2 EStG).
       
  • Förderung für Hybride: Voraussetzungen
    • Die Förderung für Hybridfahrzeugen erfolgt nur, wenn sie die nachfolgenden Voraus-setzungen erfüllen:
      • Das Fahrzeug muss eine Kohlenstoffdioxidemission von höchstens
        50 Gramm
        pro gefahrenen Kilometer haben oder
      • die Reichweite des Fahrzeugs unter ausschließlicher Nutzung des
        elektrischen Antriebs muss mind. 40 Kilometer betragen (bei Anschaffung nach dem 31. Dezember 2021: 60 Kilometer; bei Anschaffung nach dem 31. Dezember 2025:  80 Kilometer).
         
  • Bei Elektrofahrzeugen wird zwischen drei verschiedenen Antriebstypen unterschieden: den Batterie-Elektro-Fahrzeugen, Hybrid-Fahrzeugen und den Brennstoffzellen-Elektro-fahrzeugen (FCEV).
     
  • Elementare Bestandteile des Brandschutzes für Elektro- / Hybrid- PKWs & E-Bikes /
    E-Roller ist es, eine Gefährdungsanalyse und ein Brandschutzkonzept zu erstellen.
    Weiterhin sollte Rücksprache mit Ihrem Brandschutzversicherer gehalten werden. Hierbei ist speziell das Thema Löschmittel (z.B. A,D,(E) / AVD-Löscher wie Vermiculit Feuerlöscher) zu betrachten (siehe auch VdS 2259, VdS 3471, VdS 3885, etc.).
     
  • Keine Steuerentlastung wird nach StromStG für Strom, der für E-Fahrzeuge, die unter die stromsteuerrechtliche Definition von Elektromobilität fallen (vgl. § 1c Abs. 2 StromStV)
    genutzt wird, gewährt.
     
  • Anschlussleistung bei Ladestationen beachten (12KW). Nach Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) § 19 Abs. 2 sind Sie dazu verpflichtet bei Ladestationen > 12 KW die Zustimmung des Netzbetreibers vor der Installation einzuholen. Bei Ladestationen < 12 KW sind diese nur anzeigepflichtig.
     
  • Wir empfehlen daher generell Strommengen, die im Zuge der E-Mobilität (BESAR, SpaEfV, etc.) genutzt werden, durch geeichte/ MID-konforme Zähler abzugrenzen (Genauigkeitsklasse mindestens Cl. B oder Cl. 1; EVU-Zähler i.d.R. Cl. A oder Cl. 0,5).

 

Wir hoffen, dass wir Sie auch wieder bei unserem nächsten Webinar begrüßen dürfen.

 

Falls Sie noch weitergehende Fragen haben, stehen Ihnen unsere Spezialisten und die Referenten selbstverständlich jederzeit gerne zur Verfügung. Bitte sprechen Sie uns an.

 

Ihre Ansprechpartner:

Dr. Torsten Pütz               Dr. Bastian Rüther               Dr. Christian Frank